Gezogene Bienenwachskerzen

Kerzen ziehen mit Bienenwachs

Bienenwachs ist ein tolles Naturprodukt, mit dem man einiges produzieren kann: Zum Beispiel kann man damit Kerzen ziehen. Wer den Duft von Bienenwachskerzen kennt mag gerne auf billige Paraffinkerzen verzichten. Leider sind Bienenwachskerzen im Handel recht teuer, und wer wie wir bei jedem gemeinsamen Essen eine Kerze brennen hat, hat auch einen recht hohen Bedarf – nicht nur an Weihnachten. Die Lösung ist also einfach: Wir machen unsere Kerzen selbst.

Was brauche ich um Bienenwachskerzen selbst zu ziehen?

  • Bienenwachs im Block oder Pellets
  • Kerzendocht / Flachdocht 3×12 Millimeter
  • Spargeltopf / Spagehettitopf mind. 22 cm hoch 14 cm Durchmesser
  • Abwasserrohr mit Endstopfen, Durchmesser 10 cm  / Länge 30 cm

Der Aufbau ist relativ simpel. Die Aufgabe ist ja ein tiefes Tauchbecken für den Docht zu schaffen. Man könnte sich einen teuren für diese Aufgabe speziellen Topf besorgen oder etwas improvisieren. Ich benutze dazu einen Spargeltopf und ein Abflussrohr aus dem Baumarkt, welches ich in dem Gitterkorb des Topfes im Wasserbad gefüllt mit Bienenwachs erhitze, bis alles Bienenwachs flüssig geworden ist. Dies geschieht etwa bei 60 °C und dauert recht lange. Das Wasser im Wasserbad lasse ich aber richtig sprudelnd kochen. Bei meinem Aufbau kann das schon einmal 2 Stunden dauern, bis der gesamte Inhalt geschmolzen ist und es loslegen kann. Ein Eintauchbecken aus Metall würde den Schmelzprozess bestimmt beschleunigen. Allerdings sind die Kosten für meinen Aufbau sehr gering.

Den Bienenwachs kaufe ich in Blockform ungereinigt. Wie man an den Bildern sieht, werden die Kerzen sauber und schön, denn eventuelle Verunreinigungen senken sich im Behälter ab. Der Vorteil sind die geringen Kosten. Ich kaufe einige Kilo Bienenwachs für die Hälfte des Preises gereinigter Pellets. Man kann entweder bei örtlichen Imkern nachfragen, ob Bienenwachs erhältlich ist oder im Imkereibedarf.

Kerzen ziehen – wie geht es?

Wasserbad mit Bienenwachs zum Kerzen ziehen

Wasserbad mit Bienenwachs zum Kerzen ziehen

Kerzen ziehen ist eine einfache meditative Arbeit. Hat man einmal das Bienenwachs flüssig muss man nur noch ein Stück Docht, der Länge der gewünschten Kerze, ich nehme ca. 20 Zentimeter, immer wieder in das Wachs eintauchen. Der erste Tauchvorgang ist der schwierigste, denn der Docht ist noch recht labil und muss mehrmals runtergedrückt werden. Ich nehme mir Klammern um den Docht anschließend kurz aufzuhängen, sodass das warme weiche Wachs aushärten kann. Nach und nach nehme ich mir einen Docht und tauche ihn in das Wachs ein. Hin und wieder sorge ich dafür, dass die Kerze relativ gerade ist. Da das Wachs weich ist kann man gut eventuelle Krümmungen korrigieren.
Am unteren Ende ensteht mit der Zeit ein kleiner Stalaktit aus Wachs, denn das Wachs verhärtet beim Ablaufen unten. Mindestens am Ende aber auch schon zwischendurch kann das untere Ende einfach abgeschnitten werden.

Wie dick muss die Kerze sein?

Das ist eine schwierige Frage. Macht man die Kerze für den Docht zu dick, hat man das Problem, dass die Kerze während des Abbrennens laufen wird. Für den angegebenen Docht von 3x12cm sind Dicken von 3 cm theoretisch möglich, meiner Erfahrung nach funktioniert das nicht. Man muss, auch abhängig vom Wachs, etwas ausprobieren bis man seine perfekte Kerze hat. Ich empfehle für den Docht eine Kerzendicke von 2 cm bis 2,2 cm. Aktuell hängen die Kerzen zum trocken. Wenn ich den ersten Brenntest gemacht habe gebe ich noch mal ein Update. Update: Die erste Kerze ist jetzt halb abgebrannt und das Ergebnis ist perfekt. Bienenwachs / 3x12cm Flachdocht / 2cm breit.

Bleibt mir viel Spaß zu wünschen mit den selbst gezogenen Kerzen. Ich wünsche natürlich auch eine schöne Entschleunigung.


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